Selbst wenn der Betrieb nicht mehr existiert ist der Arbeitgeber zur Ausstellung eines Arbeitszeugnisses verpflichtet.

Sollte er dennoch keines ausstellen, kann ihm ein Zwangsgeld drohen. Normalerweise muss ein Zeugnis grundsätzlich auf Geschäftspapier geschrieben sein, aber sollten z.B. aus Gründen der Firmenschließung keine Firmenbögen mehr existieren, darf der Arbeitgeber das Zeugnis auch auf neutralem Papier ausstellen. (LAG Rheinland Pfalz, Beschluss 9 Ta 128/11)

In einem vorherigen Urteil (3.3.1993, Bundesarbeitsgericht) wurde zwar festgestellt, dass ein Zeugnis eigentlich immer auf Geschäftspapier zu erstellen ist, dennoch hieß es auch, dass ein Zeugnis die üblichen Mindestanforderungen im Geschäftsleben in formeller Hinsicht erfüllen muss.

Daraus lässt sich schließen, dass das Zeugnis zwar einen Briefkopf enthalten muss, aber dieser auch mit einer Schreibmaschine oder einem Computer selbst gestaltet sein kann.

Außerdem besteht ein Zusammenhang zwischen der Form des Zeugnisses und dem was üblicherweise in dem Betrieb verwendet wird. Werden also normalerweise Firmenbögen verwendet? Sollte dies der Fall sein, aber der Arbeitgeber keine entsprechenden Bögen mehr besitzen, so kann er seiner Pflicht ein ordnungsgemäßes Zeugnis auszustellen auch auf andere Weise nachkommen. Letzte Aktualisierung: 02.09.2011